Was bedeutet eigentlich "Konfirmation"?


Nahezu alle Religionen kennen ein Übergangsritual in das Erwachsenenleben. Dieses Ritual wird in den christlichen Kirchen „Konfirmation“ (von lat. confirmare, befestigen) genannt. I.d. Regel sollte dieses Fest im Alter von 14 Jahren (+/- einem Lebensjahr) gefeiert werden, da junge Menschen auch vor dem Gesetzgeber ab dann als religionsmündig gelten (§ 5, Gesetz über die religiöse Kindererziehung, 1921). Christen übernahmen dieses Fest von ihrer jüdischen Mutterreligion, wo bis heute das Fest der Bar-Mizwa gefeiert wird. In der Antike folgte auf das Kindesalter (0 bis 12, 13 oder14 Jahre) unmittelbar das Erwachsenenalter (ein „Jugendalter“ entwickelt sich erst ab ca. 1800 nach Christus). In der Konfirmation spricht der Konfirmand oder die Konfirmandin das christliche Bekenntnis selbst, das in der Taufe noch stellvertretend von Eltern und Paten gesprochen wurde und „befestigt“, „festigt“, „bestätigt“ so das eigene Stehen im christlichen Glauben.

Dem Fest der Konfirmation geht eine Zeit des kirchlichen Unterrichtes voraus, die sog. „Konfi-Zeit“. In dieser Zeit lernen und erleben junge Menschen gemeinsam mit ihresgleichen Themen und Praxis christlichen Glaubens kennen. Sie lernen ihre Kirche und Kirchengemeinde als Ort der Glaubenspraxis kennen. Sie lernen, sich kritisch mit der Bibel als Grundlage des christlichen Glaubens auseinanderzusetzen. Und wenn es gut läuft, lernen sie auch einen gnädigen, liebevollen und barmherzigen Gott kennen, der Mut macht zum eigenen Lebensweg. Man könnte sagen, die Konfi-Zeit ist eine Art „Glaubens-Kurs“ für junge Menschen und damit mehr als „Religionsunterricht“, der in Schulen stattfindet. Denn die Konfi-Zeit bietet Grundkenntnisse christlichen Glaubens, sondern auch die nötige persönliche, individuelle und gemeinschaftliche Erfahrung im christlichen Glauben.