Was bedeutet die Taufe?
Die Taufe begründet die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der ev.-ref. Kirche. Sie ist einmalig, nicht wiederholbar und gilt ein Leben lang. Sie kann nicht widerrufen werden. Bei einem Wechsel der Konfession zwischen der ev.-ref., der ev.-luth. und der röm.-kath. Kirche wird die Taufe gegenseitig anerkannt.
Sie wurde bereits in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts nach Christus zum Aufnahmeritus der frühchristlichen Gemeinden. Diese bestanden zunächst mehrheitlich aus Christen, die zuvor Juden gewesen waren und dann zum christlichen Glauben übertraten. Im Judentum sind rituelle Waschungen, z.b. vor dem Betreten einer Synagoge, eine große Rolle: Sie erinnern an die Schuldhaftigkeit menschlicher Existenz und „reinigen“. Das Neue Testament setzt die Taufe als bekannt voraus. Eine besondere Form der Taufe wurde von Johannes dem Täufer praktiziert: Er taufte im Fluss Jordan und tauchte Menschen dabei komplett unter Wasser (sog. „Ganzkörpertaufe“). Seine Taufe bedeutete Umkehr (ntl.: „Buße“) und „Vergebung der Sünden“ (Mk1,4f.par). Auch Jesus ließ sich nach der Evangelienüberlieferung von ihm taufen (Mk1,9-11par).
Laut dem sog. „Taufbefehl“ in Mt28,19f. war es der Wunsch Jesu „alle Völker“ zu taufen, unsicher ist (wie so oft), ob diese Verse ihm erst später in den Mund gelegt worden sind. Als gesichert gilt, dass Jesus selbst nicht getauft hat (davon wird in keinem Evangelium erzählt).
Zu Beginn des Christentums setzte die Taufe ein christliches Glaubensbekenntnis voraus, weil dies als Voraussetzung der Taufe und damit Aufnahme in eine christliche Gemeinde galt.
Erst im fünften, sechsten Jahrhundert nach Christus setzte sich die Kindertaufe/Säuglingstaufe gegen die anfängliche Bekenntnistaufe durch. Dies war im altkirchlichen Sündenverständnis begründet, wurde aber auch durch ganz praktische Erwägungen angesichts hoher Kindersterblichkeit attraktiv.
Seither war die Säuglingstaufe in den christlichen Kirchen am meisten verbreitet. Ein Säugling kann keinen Glauben bekennen (und keine Glaubensentscheidung treffen). Diese Form der Taufe erfordert daher die aktive Teilnahme der Eltern. Zusätzlich werden Säuglingen und Kindern Paten zur Seite gestellt, die zusammen mit den Eltern die Verantwortung dafür übernehmen, dass das getaufte Kind eine Chance hat, christliche Inhalte und Traditionen kennenzulernen. Für die Kirche enden diese Aufgaben von Eltern und Paten mit der ➝ Konfirmation des Kindes.
So wie zu jeder Zeit in der Biografie eines Lebens der Eintritt in die kirchliche Gemeinschaft möglich ist, so ist auch jederzeit eine Taufe möglich. Eine gute Möglichkeit ist auch die Taufe am Ende des Konfirmandenunterrichts: Abschließend ist bedeutsam, dass die Taufe möglich ist, wo sie der Wunsch eines Menschen oder der Eltern eines Kindes ist.

